Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Zusammenbruch im Sportunterricht
1. April 2019
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Ingewahrsamnahme eines Fußballfans nicht einfach nur, weil er ein „Ultra“ ist

Ausschreitungen

Aufgebrachte Loewenfans in der Nordkurve

Das Publikum bei einem Fußballspiel ist so vielseitig, wie es Farben in der Welt gibt. Im Stadion befinden sich  demnach zur Folge, Junge, Alte, kleine Fans und Superfans. Der Weg ins Stadion schweißt die Fremden Menschen zusammen, da sie alle dasselbe Ziel verfolgen: Die Mannschaft zu unterstützen. Bei ausgelassener Stimmung, gemeinschaftliches singen und anheizen der Freude, ist es unteranderem die Aufgabe der Polizei für Sicherheit zu sorgen, durch zum Beispiel Kontrollen. Das Oberlandgericht (OLG) Braunschweig hat nun auf die Beschwerde eines Fans reagiert. Ein Fußballfan, der bisher noch keine Straftat begangen hatte, wurde auf dem Weg zum Auswärtsspiel von der Polizei kontrolliert und darüber hinaus  festgehalten. Laut der Polizei gehörte der Fußballfan der sogenannten „Ultra-Szene“ an. Bei der Durchsuchung, wurden jedoch keine Waffen, Sprühdosen oder sonstige Werkzeuge gefunden. Dennoch stufte die Polizei den Fußballfan als gefährlich ein, mit anderen Worten, sie nahm eine gegenwärtige Gefahr im Sinne des Ordnungsgesetztes an.

Der Fußballfan setzte sich folglich für eine gerichtliche Entscheidung ein um die Frage zu klären ob die Ingewahrsamnahme rechtmäßig war. Das Amtsgericht gab der Polizei Recht, woraufhin der Fan Beschwerde beim Oberlandesgericht einreichte. Das Oberlandesgericht Braunschweig hat mit Beschluss vom 31.08.2018 entschieden, dass die Ingewahrsamnahme eines Fußballfans durch die Polizei auf der Fahrt zu einem Auswärtsspiel rechtswidrig war. Des Weiteren begründeten die Richter des Oberlandesgerichts Braunschweig  ihre Entscheidung damit, dass die alleinige Zugehörigkeit zur „Ultra-Szene“ und die polizeiliche Führung in einer entsprechenden Kartei nicht genügt, um eine Ingewahrsamnahme rechtmäßig durch zu führen. Wen die Polizei, wann und aus welchen Grund fest halten kann, wurde somit entschieden. Mit anderen Worten, der Fußballfan lag mit seinem Bauchgefühl richtig und bringt mit dieser Entscheidung des Oberlandesgerichts ein wenig mehr Licht ins Dunkle, für sich und für alle anderen Fans.