Rechtliche Gesichtspunkte beim Spielertransfer, Teil 1 |
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Rechtliche Gesichtspunkte beim Spielertransfer, Teil 1

s1x380Welche rechtlichen Gesichtspunkte sind im Zusammenhang mit dem Spielertransfer zu berücksichtigen?

Ein Sportler beschäftigt sich in der Regel mit der Frage, wie er verhindern kann, zu sehr an den Verein gebunden zu sein. Ein Verein ist dagegen bestrebt einen Sportler möglichst lange an sich zu binden. In beiden Fällen geht es um Vertragslaufzeiten und andere Vertragsklauseln im Arbeitsvertrag, die für einen Spielertransfer relevant werden können.

Vor- und Nachteile von langfristigen Arbeitsverträgen

Langfristige Verträge haben in erster Linie Vorteile für den Verein, der dadurch mehr Planungssicherheit über mehrere Jahre hat. Er kann Leistungsträger möglichst lange an sich binden und im Falle eines vorzeitigen Spielertransfers eine Ablösesumme verlangen. Auch für den Sportler kann ein langfristiger Vertrag von Vorteil sein, denn auch er erhält dadurch Planungssicherheit und weiß, dass er sich während der Vertragslaufzeit keine Gedanken um einen neuen Verein machen muss.

Ein langfristiger Vertrag kann allerdings auch Nachteile für einen Sportler mit sich bringen, wenn der Sportler seinen jetzigen Verein nur als „Durchgangsstation“ ansieht, um sich an die Liga zu gewöhnen und dann relativ schnell zu einem besseren Verein zu wechseln. Zwar besteht auch hier die Möglichkeit einen Aufhebungsvertrag gegen eine bestimmte Ablösesumme zu schließen. Das setzt allerdings die Zustimmung des bisherigen Vereines voraus. Insofern legt der Sportler sein Schicksal mit einem langfristigen Vertrag komplett in die Hände seines Vereins.

Vor- und Nachteile von kurzfristigen Arbeitsverträgen

Für den Sportler kann eine kurze Vertragslaufzeit sehr reizvoll sein, da ein Verein nach Vertragsablauf keine Ablösesumme mehr für den Sportler verlangen darf.

Sportler, die ihren Verein ablösefrei verlassen können, sind auf dem Transfermarkt in der Regel besonders begehrt. Insbesondere Leistungsträger werden von anderen Vereinen umworben und können sich sportlich und finanziell erheblich verbessern. Sie können bei ihrem bisherigen Verein deutlich bessere Vertragskonditionen aushandeln.

Gerade im Sport kann man nicht vorhersehen, wie sich ein Sportler in seinem Verein entwickelt. Ein kurzer Vertrag kann daher auch zum Nachteil des Sportlers werden, wenn er aufgrund von Verletzungen langfristig nicht spielen kann oder schlicht nicht in das (sich immer wieder ändernde) Konzept des Trainers passt und deshalb nicht zum Einsatz kommt. Jedes Jahr finden viele Sportler keinen neuen Verein, weil sie sowohl für neue Vereine als auch für den bisherigen Verein uninteressant geworden sind.

Gesetzliche Rahmenbedingungen für Arbeitsverträge

Grundsätzlich können die Parteien den Inhalt eines Vertrages aufgrund der Vertragsfreiheit frei bestimmen. Allerdings werden der Vertragsfreiheit durch bestimmte gesetzliche Regelungen, wie z. B. die guten Sitten nach § 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), Grenzen gesetzt. Bei Arbeitsverträgen sind insbesondere die Vorschriften zu berücksichtigen, die dem Schutz des Arbeitnehmers dienen. Zwingende gesetzliche Vorschriften dürfen selbst dann nicht verletzt werden, wenn beide Parteien damit einverstanden sind.

Nächste Woche geht’s weiter mit Teil 2 zum Thema: „Rechtliche Gesichtspunkte beim Spielertransfer“

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