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Sportwetten: Darauf müsst ihr achten!

Sportwetten

Sportwetten können Profis zum Verhängnis werden.

Am Wochenende einen Wettschein abgeben? Das machen nicht nur Fußballfans, sondern auch Fußballprofis. Drei Spieler des VfL Osnabrück sollen zuletzt in einen Skandal verwickelt worden sein. Rechtsanwältin Corinna vom Berg klärt auf, mit welchen Risiken Sportwetten verbunden sind und auf was insbesondere angehende Profifußballer unbedingt achten sollten.

Folgende Regeln müssen Fußballer beim Wetten unbedingt beachten, sonst machen Sie sich unter Umständen sogar strafbar:

  • Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. (Gesetzliche Vorschrift)
  • Spieler dürfen weder auf Spiele ihrer Mannschaft noch auf ein Spiel aus der eigenen Liga setzen. (Laut Regeln der Verbände)
  • Spieler dürfen nicht auf Spiele des eigenen Vereins oder auf Wettbewerbe, an denen andere Mannschaften des Vereins teilnehmen (z.B. Zweite Mannschaften, andere Jugendmannschaften, Frauenmannschaften), setzen. (Laut Regeln der Verbände)

„Ob es sich in Einzelfällen um ein strafrechtlich relevantes Verhalten handelt bedarf der weiteren Aufklärung.  Unsportliches Verhalten kann aber immer nach dem Reglement des DFB geahndet werden.“ (Rechtsanwältin Corinna vom Berg)

Sportwetten: Wenn aus Spaß Sucht wird

Ab und zu mal für kleines Geld einen Wettschein auszufüllen, ist erst einmal nicht tragisch. Doch wenn die Erfolge beim Wetten ausbleiben und man das Glück erzwingen möchte, kann es ganz schnell in eine negative Richtung abdriften. Die Versuchung, mit niedrigem Einsatz einen hohen Gewinn zu erzielen, ist gegeben – und für viele sehr verlockend.

Im Fußball gibt es einige Profis, die tief in den Wettsumpf geraten sind. Beispielsweise René Schnitzler, der in seiner Zeit beim FC St. Pauli (2007 bis 2009) seine kompletten Gehälter und Prämien verzockte. Seine Spielsucht endete sogar in den Fängen der Wettmaffia. 100.000 Euro nahm er von einem Spielfixer an. Dubiose Gestalten lauerten ihm und seiner Freundin auf und bedrohten ihn.

„Das war der größte Fehler meines Lebens, den ich sehr bereue. Ich hatte meine Spielsucht nicht im Griff.“ (René Schnitzler)

Die Dunkelziffer wächst weiter

Ein weiterer ehemaliger Profi, der seine Wettsucht öffentlich machte, ist Dietmar „Didi“ Hamann. Der 59-fache deutsche Nationalspieler wettete für sein Leben gern auf Cricket-Spiele. 288.400 Pfund verlor er einmal, als er in einem Testspiel auf Australien setzte, das die Aussies aber gegen Südafrika haushoch verloren. Bei solchen Summen wird deutlich, dass kein Bezug mehr zum Wert des Geldes vorhanden ist. Laut Medienberichten wächst die Dunkelziffern von spielsüchtigen Profis weiter – auch durch Wettportale, die das Internet bietet.

Diese extremen Fälle zeigen: Den Bezug zum Wert des Geldes zu verlieren, ist gefährlich. Aus einem harmlosen Spiel kann dann eine gefährliche Sucht werden, die mit vielen weiteren Gefahren verbunden ist, zum Beispiel der Manipulation eigener Spiele oder Wettbewerbe.

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