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Was Sie beim Pferdekauf beachten müssen:

Pferd, Pferdekauf, Chio, Gewährleistungsrecht, Mangel, Garantie

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Welche Gesichtspunkte gilt es bei einem Pferdekauf zu berücksichtigen?

Wer mit dem Gedanken spielt, Pferdebesitzer zu werden und sich ein Turnier- oder Freizeitpferd zu kaufen, muss persönliche und rechtliche Aspekte bedenken.

Bedenken Sie Kosten, Aufwand und Rassenauswahl

Ein eigenes Pferd ist teuer – neben dem einmaligen Kaufpreis fallen weitere und teilweise laufende Kosten an, z. B. für Tierarzt, Futter und Boxen. Wer sich also ein eigenes Pferd anschaffen möchte, sollte sorgfältig prüfen, ob die monatlichen Kosten auch tragbar sind.

Neben der finanziellen Belastung spielen auch der hohe Arbeits- und Zeitaufwand eine Rolle bei einer Kaufentscheidung. Vergessen Sie nicht, dass ein Pferd Grundbedürfnisse wie Licht, Luft, Bewegung, Gesellschaft, Futter und Wasser hat. Die tägliche Reinigung der Box sowie Pflege und Fütterung des Pferdes sind sehr zeitintensiv.

Außerdem müssen Sie sich intensiv mit der Frage auseinandersetzen, welche Pferderasse zu den eigenen Anforderungen und Vorhaben passt. Pferde verhalten sich je nach Rasse unterschiedlich. Nicht jedes Pferd eignet sich als Turnierpferd und nicht mit jedem Pferd können Geländeritte unternommen werden.

Kaufvertrag nach § 433 BGB

Der Kauf von Tieren wird im Rechtsverkehr gemäß § 90 a BGB wie der Kauf von Sachgegenständen behandelt, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.
 Da es keine anderen Regelungen gibt, gilt für den Pferdekauf das Kaufrecht nach §§ 433 ff. BGB. Folglich muss zwischen dem Käufer und dem Verkäufer ein Kaufvertrag im Sinne von § 433 BGB abgeschlossen werden.

Grundsätzlich ist der Vertrag formfrei. Er kann auch mündlich geschlossen werden. Falls eine Beschaffenheitsvereinbarung bewiesen werden muss, ist der schriftliche Kaufvertrag jedoch vorzuziehen. Das gibt den Vertragspartnern Rechtssicherheit. So können sich die Vertragsparteien – Käufer und Verkäufer – absichern, und der Verkäufer seine Haftung begrenzen.

Achten Sie auf die formalen Bestandteile des Kaufvertrags

Beim Vertragsschluss müssen die Vertragsparteiengenau bezeichnet werden. 
Ebenso muss der Kaufgegenstand – Pferd – genau benannt werden. Folgende Angaben sollte der Vertrag enthalten, damit das Pferd identifiziert werden kann: Name, Geburtsdatum, Lebensnummer, Geschlecht, Rasse, Abstammung und besondere Merkmale wie die Farbe. Zudem sollte im Vertrag angegeben sein, welche Dokumente mitverkauft und übergeben werden.
 Des Weiteren müssen im Vertrag der Kaufpreis des Pferdes und die Zahlungsmodalitäten festgesetzt sein, etwa eine Ratenzahlung mit entsprechender Fälligkeit.

Bestehen Sie auf Beschaffenheitsvereinbarungen

Der Vertrag kann außerdem Beschaffenheitsvereinbarungen enthalten. Diese können sich auf den gesundheitlichen Zustand und/oder die sportlichen Fähigkeiten des Pferdes beziehen. Eine tierärztliche Untersuchung vor Abschluss des Kaufvertrages ist ratsam, um etwaige Krankheiten auszuschließen. Stellt der Tierarzt Krankheiten beim Pferd fest, sollten diese unbedingt in den Vertrag aufgenommen werden. Dann kann der Käufer diese Krankheit später nicht als Mangel geltend machen.
 Auch kann im Vertrag dokumentiert werden, welche Impfungen oder Kuren bei dem Pferd vorgenommen worden sind.

Lassen Sie wichtige Aspekte des Kaufvertrags nicht außer Acht

Beim Abschluss des Kaufvertrages gilt die Vertragsfreiheit aus § 311 Abs. 1 BGB. Dies bedeutet, dass die Parteien grundsätzlich alles vereinbaren können, was mit dem Gesetz vereinbar ist.
 Problematisch kann ein Gewährleistungsausschluss sein. Ist der Verkäufer eine Privatperson, kann er die Gewährleistung komplett ausschließen. Er kann ferner eine Garantie für einen bestimmten Zustand des Pferdes übernehmen. Dazu ist er aber nicht verpflichtet.