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Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Zusammenbruch im Sportunterricht

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Immer wieder kommt es zu kleinen und großen Unfällen im Sportunterricht. Oftmals kann man innerhalb von wenige Minuten die notwendigen Maßnahmen durchführen. Doch manchmal kommt es zu Situationen, in denen man sich als Lehrkörper zwar richtig verhält, doch die Konsequenzen für den oder die Betroffene langjährige Folgen mit sich tragen.

Das Gesetzt ist klar, sollte es zur Schädigung eines Dritten durch die Verletzung der Amtspflicht kommen, haften der Staat und oder seine Beamten. Im Falle des Sportunterrichts wäre es die Schule bzw. die lehrende Person. Daraus ergeben sich Ansprüche auf Schadensersatz, die der oder die Betroffene vor den Zivilgericht beweisen muss. Und genau hier liegt der Clou.

Was der Betroffene beweisen muss, ist der konkrete Zusammenhang zwischen der „Endidagnose“ und dem Vorfall. In diesem Fall, dass die Aufsichtsperson, die erforderliche Erste-Hilfe-Maßnahmen weder rechtzeitig noch ordnungsgemäß durchgeführt und somit seine Amtspflicht vernachlässigt hat.

Zum Beispiel: Ein 18 jährige Schüler bricht das Aufwärmtraining vorzeitig ab, stellt sich an die Seitenwand der Sporthalle, wo er sich anschließend in eine sitzende Position befindet. Er reagiert nicht auf die Versuche seines Umfeldes mit ihm Kontakt auf zu nehmen, woraufhin die Lehrerin sich an die Rettungsleitstelle wendet. Dort erhält sie die Anweisung den Schüler in die stabile Seitenlage zu bringen. Kurze Zeit später traf der Rettungsdienst und der Notarzt ein, welche sofort mit Reanimierungsmaßnahmen anfingen. Im Bericht steht drinnen, dass der Schüler bereits acht Minuten Bewusstlos gewesen sei ohne jegliche Versuche der Laienreanimation.  Es wurde ein hypoxischer Hirnschaden nach Kammerflimmern diagnostiziert, wobei die Genese unklar war. Der Schüler ist seit 2013 zu 100 % als Schwerbehinderter an erkannt. Laut ihm, ist sein gesundheitlicher Zustand eine Folge des erlittenen hypoxischen Hirnschadens, der wegen mangelnder Sauerstoffversorgung des Gehirns entstanden ist. Seine These: Hätte die Reanimation durch seine Lehrerin früher stattgefunden, dann würde er nun nicht an diesen Konsequenzen leiden.

Die Klage des Schülers wurde vom Landgericht Wiesbaden am 30.November 2016  abgewiesen, da die Verletzung der Amtspflicht, erforderliche Erste-Hilfe rechtzeitig und ordnungsgemäß zu leisten, nicht mit der erforderlichen Gewissheit fest steht.

Zu diesem Urteil ist das Bundesgerichtshof Karlsruhe am 6. März 2019 gekommen. Es lässt die Revision des Klägers zu, bei welchem Verfahren unter anderem Verfahrensrügen des Klägers, Beweislastfragen sowie der Pflichten- und Haftungsumfang von Lehrern bei Erste-Hilfe-Maßnahmen im Sportunterricht Gegenstand sein werden.