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Rechtliche Gesichtspunkte beim Spielertransfer, Teil 2

Fußball

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Befristung von Arbeitsverträgen

Bei der Befristung von Arbeitsverträgen stellt sich immer wieder die Frage, ob diese überhaupt zulässig ist. Bei der Befristung müssen insbesondere die Voraussetzungen des § 14 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) beachtet werden. Gemäß § 14 I 1 TzBfG ist eine Befristung eines Arbeitsvertrages grundsätzlich nur bei Vorliegen eines sachlichen Grundes zulässig. Ein sachlicher Grund liegt nach § 14 I Nr. 4 TzBfG vor, wenn die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt.

Der Sport lebt gerade auch von den häufigen Veränderungen und den Leistungsschüben der Sportler. Kein Sportler kann dauerhaft seine Leistungsfähigkeit gleichhalten. Formschwankungen sind an der Tagesordnung. Auch ändern sich Spielsysteme und taktische Ausrichtungen immer wieder, so dass einzelne Sportler plötzlich in den Planungen der Trainer keine Rolle mehr spielen. Durch befristete Verträge können Sportler und Vereine auf die dynamischen Veränderungen des Sports reagieren, so dass für die Befristung der Arbeitsverträge im Bereich des Sports ein sachlicher Grund vorliegt.

 

Vertragsklauseln bei Arbeitsverträgen

Ausstiegsklausel –Um den Sportler vor den oben genannten Nachteilen von langfristigen Arbeitsverhältnissen zu beschützen, besteht die Möglichkeit verschiedene Klauseln in einen längerfristigen Vertrag einzubeziehen. Möglich ist beispielsweise eine sogenannte Ausstiegsklausel, die es dem Sportler erlaubt, den Verein zu verlassen, wenn ein anderer Verein die im Vertrag festgesetzte Ablösesumme bezahlt.

Dies hat für den Sportler den Vorteil, dass ein Vereinswechsel alleine von einer Einigung zwischen ihm und dem neuen Verein abhängt. Der bisherige Verein hat dann bei einem Vereinswechsel kein Mitspracherecht. Findet sich hingegen kein Verein, der die Ablösesumme bezahlen möchte, läuft der Vertrag zwischen dem bisherigen Verein und dem Sportler einfach weiter.

Verlängerungsklausel – Für den Fall, dass der Sportler gerne langfristig in dem Verein bleiben möchte, kann der Sportler auch eine Klausel aushandeln, dass sich der Vertrag automatisch verlängert, wenn der Sportler eine bestimmte Anzahl von Spielen erreicht. Allerdings ist eine solche Klausel auch mit Risiken verbunden.

Eine Verletzung kann schnell dazu führen, dass der Sportler mehrere Monate ausfällt und deshalb die erforderliche Anzahl an Spielen nicht erreicht, obwohl er eigentlich Leistungsträger ist. Zudem besteht das Risiko, dass der Verein dafür sorgt, dass der Sportler nicht die erforderliche Anzahl an Spielen erreicht, indem der Sportler nicht mehr aufgestellt wird. Auf diese Weise muss der Verein den Vertrag nicht verlängern.

Ligaklausel – Weiterhin können die Parteien einen Vertrag so abschließen, dass er nur für eine bestimmte Liga gültig ist. Das hat den Vorteil, dass der Sportler den Verein beispielsweise bei einem Abstieg automatisch verlassen könnte. Ebenso sind solche Klauseln möglich für den Fall, dass der Verein sportliche Ziele wie die Qualifikation für internationale Wettbewerbe nicht erreicht.

Ein Nachteil kann sich auch hier ergeben, wenn der Sportler aufgrund der Vertragsklausel den Verein verlässt, ohne dass ein anderer Verein ihn verpflichten möchte. Dann steht der Sportler ohne Verein und Vertrag da.

 

Die beste Option für Sportler: Langfristiger Arbeitsvertrag mit Ausstiegsklausel

Letztendlich sind die Vertragsparteien in der Vereinbarung der Vertragslaufzeit und der Ausgestaltung der Vertragsklauseln grundsätzlich frei. Für den Sportler ist die günstigste Alternative in den meisten Fällen ein langfristiger Vertrag mit einer Ausstiegsklausel. Mit einem solchen Arbeitsvertrag ist der Sportler ausreichend abgesichert, ohne sich zu sehr an den Verein binden zu müssen.

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